Geschichte des Filmklubs Kapfenberg


59 Jahre jung - Filmklub Kapfenberg    1957 – 2016


In den ersten Jahren seit der Gründungsversammlung vom 30. Dezember 1957 stand der „Schmalfilmklub Kapfenberg“ mit Obmann Josef LEHNER (seit 2007 Ehrenobmann) an der Spitze unter der Patronanz des damals bereits 30 Jahre alten Klubs der Kinoamateure Österreichs“(KdKÖ) in Wien. Viele öffentliche Filmvorführungen, Benefizveranstaltungen, Klubausflüge und wöchentliche Klubabende im privaten Rahmen (Wiener Str. 13) standen auf dem Programm.
Oft konnte Obmann Medizinalrat Dr. Othmar ZWITTNIG Einladungen befreundeter Filmklubs annehmen oder sie als Gastgeber im Extrazimmer des Gasthauses Mörtl (Grazer Str. 20)begrüßen. Ab Jänner 1959 trafen sich die Kapfenberger Filmer im Tiefparterre des neuen Volksheimes in der Wiener Straße 60. Bei den ersten VÖFA-Filmstaatsmeisterschaften 1964 in Mürzzuschlag war bereits Franz Carl ÖHLER Mitglied der Jury.
Unter Führung des Obmannes Albin HORWATH konnte auf Grund der Mitgliedschaft vieler Ehefrauen der Klub stark expandieren. Neue Aufgaben erwuchsen in der Anlegung einer Filmchronik über Kapfenberg und die Gestaltung lehrreicher Werbe- und Schulfilme (für Verkehrserziehung, über die Feuerwehr, Schulsendungen, zur Unterstützung der Alkoholbekämpfung, des Roten Kreuzes usw.)
Der Gemeinschaftsfilm erfuhr durch die zündenden Ideen des Obmannes Medizinalrat Dr. Viktor WÖHRY eine starke Belebung. Die Beiträge zu den Kapfenberger Kulturtagen, manch errungener regionaler, nationaler oder internationaler Filmpreis und die Aufforderung, als Juroren, auch Regional bei anderen Filmklubs, zu wirken, waren die Höhepunkte im Verein.
Wichtige Impulse setzte Obmann Rudolf BOSNYAK mit der Wiederteilnahme am österreichischen Verbandswettbewerb, der 20-Jahr-Feier in der Landforst und den öffentlichen Filmvorführungen in Bruck/Mur und Kapfenberg aus diesem Anlass.
Für kurze Zeit übernahm Hubert SCHWARZENBACHER vom erkrankten Vorgänger die Geschäfte und versuchte durch den geselligen Stammtisch den immer kleiner werdenden Verein am Leben zu erhalten.

Ab 1981 stand unter dem Obmann Günther AGATH die aktive filmerische Weiterbildung der Mitglieder im Vordergrund. Der Besuch der Österreichischen Filmschule der späteren VÖFA-Akademie, Filmwettbewerbe, Autorenabende, Einladungen und Exkursionen (London, München, Berlin und Barcelona) zu anderen befreundeten in- und ausländischen Filmklubs (MITROPA: Achse Marburg/SLO - Kapfenberg - Passau/BRD), Fahrten zu den Bavaria-Filmstudios, Film- & Wein-Weekends in Retz und zum ORF, Film- & Videoseminare im Mürztal (wie Drehbuchworkshops in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein PODIUM) und auch am Klopeinersee wurden von den Mitgliedern gerne angenommen. Die spezielle Jugendförderung umfasste den medienkundlichen Unterricht an den Schulen Kapfenbergs mit dem Einrichten von Videostudios und Film-Informationsstellen an höheren Schulen, eine eigene Film- und Video-Schule samt begleitenden siebzehn „gelben“ Info-Blättern von Reinhold WURM, die Durchführung von fünfzehn Jugendfilmcamps und die Entsendung von Jungfilmern zu Filmfestivals und Workshops der UNICA in Europa. „Trau dich was!“, „Zeig uns was Neues!" und der Tag der Kamerafrau bzw. des amtierenden Staatsmeisters und Landesmeister sind unverzichtbare Fixveranstaltungen geworden. Durch Ausflüge, Wanderungen und Exkursionen zu RIHA und der Wiener Filmakademie, Filmstüberl-Stammtische, stimmungsvolle Weihnachts-, Advent- und Krampusfeiern, Arbeitsabende, Ideenbörsen, Beteiligung an der Kapfenberger Messe und auch durch private Zusammenkünfte hat das Interesse am Klubleben stark zugenommen. Das Ziel ist und bleibt die Zusammenarbeit, der Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Hilfe von alt und jung beim F(V)ilmen.
Die fünf MITROPA-Treffen der Festivalorte Maribor, Kapfenberg, Passau, Mohelnice, Triest, St.Pölten, Linz, Klagenfurt und Graz gingen weit über die üblichen Zusammenkünfte hinaus und sind leider bereits Geschichte.

Unser Obmann wurde 1985 in den VÖFA-Vorstand, viele Male in Regional-Jurien sowie 1990, 1991, 1996, 1998, 2006 und 2010 in Staatsmeisterschafts-Jurien berufen. Bei der VÖFA-Jahreshauptversammlung 1991 wurde Obmann AGATH in Mayrhofen für seine Verdienste um den österr. Amateurfilm mit dem goldenen VÖFA-Verdienstzeichen geehrt. Ebenfalls 1991 lag die Finanzkontrolle des VÖFA-Kassiers in den Händen unseres Franz Zechner. Günther Agath wurde 1991 in die internationale Jury bei der Avantgarde-UNICA in St. Gallen(CH) berufen und 1994 anläßlich der UNICA in Königsgrätz (CZ) in den Kreis der „Freunde der UNICA“ aufgenommen. Die Aktion Film Steiermark zur Förderung des guten Kinder- und Jugendfilmes bzw. die Unterstützung junger steirischer Filmautoren in unserem Bundesland wurde von Günther AGATH als Präsident geleitet. 2008 erhielt unser Obmann auch dafür das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark vom Landeshauptmann Voves verliehen.

Seit fast 60 Jahren zeigen wir jeden Dienstag um 19 Uhr eigene Filme und Videos. Aber auch die Werke von Profis wie Pochlatko, Schauer, Manafi, Allahyari, Rekel, Schmelzer, Sauper, uvam. SHB, ÖFS im selbstgebauten Klubkino in der VS Redfeld (Steinerhofallee). Diese 46 von eigenen und fremden Autoren gehaltenen Klubabende pro Jahr sind meistens sehr gut besucht. Im Stadtkino Kapfenberg und in der Umgebung Kapfenbergs (wie z.B. im Kulturhaus Bruck/Mur, Kulturcafe Aflenz...oder Oberaich) gestaltetenn wir als „Dienst am Nachbarn“, oft sogar in Großbildprojektion, wunderschöne Themen-Abende.
Organisatorische Höhepunkte waren 1982, 1995, 2003, 2007 und 2014 die Durchführung der Steirischen Landesmeisterschaft. 1984 veranstalteten wir die 1. Österreichischen Video-Staatsmeisterschaft in Kapfenberg . Das Mitwirken bei den Kapfenberger Filmtagen im Stadtkino jeden Oktober und die Präsentation großer Persönlichkeiten des professionellen und nicht-professionellen Films aus Österreich brachte uns in der Öffentlichkeit starke Anerkennung und in den Medien einen großen Widerhall. Bei den Kapfenberger Kulturtagen 1987 zeigten wir aus VÖFA-Beiträgen „Österreichische Literatur im Österreichischen Amateurfilm“ und präsentierten 1989 zum Thema „Architektur und Industrie“ eine international vielbeachtete Video-Dokumentation von Christian GRAF über die Baugeschichte der Stadt Kapfenberg. Die Kapfenberger Filmtage 1989 standen erstmals im Zeichen der Preisverleihung für den 25. VÖFA-Verbandswettbewerb. Im Juni 2000 wurden wir vom BEAULIEU-Cine-Filmclub nach Berlin eingeladen, um unsere Super-8-Filme zu zeigen. Seitdem unterstützen wir die BEAULIEU-Filmer aus ganz Österreich bzw. Europa und die vielseitigen Aktivitäten von Eckhard Nussmüller für diese Interessensgemeinschaft.


Kapfenberger Filmpreisträger


Erstmals wurde 1989 die von der Stadt Kapfenberg und dem Filmklub Kapfenberg vergebene Auszeichnung für ein filmerisches Lebenswerk an den Filmklubmitbegründer Albin HORWATH („Albin in Nöten“) vergeben.
Im Jahr 1990 erhielt diesen aus Holz (durch Reinhold Wurm) und Stahl (Lehrwerkstätte BÖHLER) gefertigten Filmpreis der Kapfenberger Profi-Regisseur Franz Josef GOTTLIEB für seine Edgar Wallace-, Durbridge- und Karl-May-Verfilmungen. Maßgeblich verantwortlich war er für viele Fernsehshows (z.B. Rudi Carell) und Fernsehserien wie „Landarzt“, „Ein Schloss am Wörthersee“, „Der Nelkenkönig“ oder „Hallo, Onkel Doc“. Sein Fernsehspielfilm „Mit dem Herzen einer Mutter“ wurde am Muttertag 1993 erstmals vom ORF gesendet. Bis heute sind seine Filme in allen Fernsehkanälen unzählige Male wiederholt worden.

1991 war ein Kapfenberger Techniker an der Reihe. DI Kurt Helmut ROPIN entwickelte mit seinem Team die revolutionäre Filmkamera ARRI 765 für IMAX-Produktionen (70mm) und eine neuartige Stativhalterung für eben diese Kamera. Für beide Neuentwicklungen wurde er bereits mehrmals international geehrt.

1993 wurde Ing. Eckhard NUSSMÜLLER für 25 Jahre begeisterter Filmarbeit (Reisedokumentationen aus der ganzen Welt, Mitarbeit in der Filmschule, Reportagen über Kleinode aus der Steiermark) im Rahmen einer Matinee geehrt. Nach 40 Jahren Super 8 Filmen hat er sich 2008 dem neuen Medium FOTOFILM zugewandt.

Der Kapfenberger Filmproduzent Dr. Klaus LINTSCHINGER („Mindwalk“) hat den Sprung nach Los Angeles erfolgreich gewagt und wurde 1994 in Anwesenheit vieler Filmfreunde vom Stadtoberhaupt geehrt. Jedes Mal wurde über die stimmungsvolle Preisübergabe durch den Kapfenberger Bürgermeister Klaus Prieschl in den ORF-Seitenblicken berichtet. Heute, nach Österreich zurückgekehrt arbeitet er für den ORF (Buddenbrocks...), produziert und schreibt Drehbücher (Türken vor Wien, Rudolf...) für den öffentlich rechtlichen Fernsehsender, aber auch für private österreichische Produzenten (EPO-Film...). Im September 2011 hielt er die Laudatio für Elisabeth SCHARANG.

Der bekannte Kapfenberger Schriftsteller Michael SCHARANG, Drehbuchautor unter anderen auch für Axel Corti und Regisseur für „Die Kameraden des Koloman Wallisch“ hat den Filmpreis 1995 nicht angenommen, da er sich als Literat wichtiger fühlt. Er lehnte auch den Österreichischen Staatspreis 2016 aus demselben Grund ab. Damit die Februarereignisse aus dem Jahr 1934 nicht vergessen werden, zeigen wir sein filmerisches Hauptwerk alle 5 Jahre.

Der Kapfenberger Peter RABITSCH, verantwortlich für unzählige „NÖ-Bilder“ im ORF, Autor vieler Werbespots über Österreich und designierter ORF-Intendant für das Studio NÖ, als Filmpreisträger 1997 vorgesehen, verunglückte bei einem Autounfall tödlich.

Unvergesslich wird der Abend mit der Verleihung des Filmpreises 1996 an Hans PREINER bleiben. Die Laudatio für den Mitautor von „Ein echter Wiener geht nicht unter“, dem ehemaligen ORF-Journalisten („Impulse“ und „Ohne Maulkorb“) und Produzenten für Neue Medien hielt der berühmte österreichische zeitgenössische Komponist Otto M. Zykan in Anwesenheit des Schauspielers Karl Merkatz alias „Mundl“ im vollbesetzten Stadtkinosaal.

Im November 1998 erhielt der junge Kapfenberger Udo MAURER für seine außergewöhnlichen, internationalen Fernsehdokumentationen (wie „El Ninjo“, „Der weiße Tod“, „Ozon“, „Kopfgeldjäger“, „Glocknersturm“ uvam.) als Kameramann, Redakteur und Regisseur den 7. Kapfenberger Filmpreis. Herrr Chefredakteur Thomas Schaefer von SPIEGEL TV Hamburg hielt die Laudatio. Mit ihm hat Maurer als Redakteur bei zahlreichen Produktionen zusammengearbeitet. Nach „Unter Wasser“ wird seine neueste Arbeit eine Dokumentation über den Wiederaufstieg der Kapfenberger Fußballmannschaft in die oberste Liga sein.

Der 8. Kapfenberger Filmpreis wurde 2000 an den langjährigen Obmann Günther AGATH verliehen. Der mit Freunden, Bekannten und Gönnern vollbesetzte Saal des Stadtkinos bot damit den idealen Rahmen für den saisonalen Höhepunkt des Filmklubjahres 2000. Vize-Bürgermeister und Kulturreferent Roland Alexa hielt die emotionsvolle Laudatio. Überreicht würde die Auszeichnung durch Bürgermeister Ing. Manfred Wegscheider. „Cinema Paradiso“, ein Filmklassiker, der stark mit der Biographie des Preisträgers korreliert, bildete den Abschluss dieser festlichen Veranstaltung.

2002, gleichzeitig mit der Premiere des 20.James Bond-Filmes und dem internationalen Award für Stuntmen, wurde das vielfältige Leben von Dr. Erich GLAVITZA (unter anderen Double für Diana RIGG im „Auftrag ihrer Majestät“ oder für Steve Mac QUEEN in „Le mans“) in Wort, Bild und Film pointenreich dargestellt und geehrt. 2017 wird im Filmklub sein Buch und ein Film über ihn präsentiert.

Im Jahr 2004 wurde der 10. Kapfenberger Filmpreis an die Familien FOLK & WOTZKA vergeben. Seit 1911 bis heute wurde am selben Standort (Hammerl Gasthaus mit Festsaal) ein „Kaiserpanorama“ und dann durchgehend ein Kinobetrieb erfolgreich geführt, ständig großzügig modernisiert und erweitert (4 Kinosäle, Digital 3 D Beamer...). 2011 feierte dieses Kino seinen 100. Geburtstag mit einem Gala-Filmklubabend.

Im 50.Filmklub-Jubiläumsjahr 2007 wurde vom Gemeinderat der Stadt Kapfenberg der 11.Filmpreis an den Ehren- und Gründungsobmann Josef LEHNER für seine Verdienste um den Kapfenberger Dokumentarfilm und an seinen Kurz-Spielfilmen zuerkannt.

2009 wurde die "Bildstelle Kapfenberg" (VDir. Hans SCHRANK, VDir. Johann MESARITSCH und Schulwart Franz PIRKER) mit dem 12.Filmpreis ausgezeichnet. 60 Jahre lang stand diese wichtige Entleihstelle (3000 Filme und Videos) für die Schulen und Vereine des Bezirkes zur Verfügung. Wieder einmal konnte Frau Bürgermeisterin Mag. Brigitte SCHWARZ in einem übervollen Filmklublokal vor vielen Prominenten diesen traditionsreichen Preis übergeben.

Elisabeth SCHARANG, die einen Großteil ihre Kindheit in Kapfenberg und Bruck/Mur bei ihren Großeltern verbrachte, bekam für ihre Radio- und Fernseharbeit bzw. Fernseh- und Kinofilme viele Österreichische Medienpreise. 2011 erhielt sie den Kapfenberger Filmpreis. Laudator war ihr Kapfenberger Jugendfreund Dr. Klaus Lintschinger (ORF). Ihr damals neuerster Spielfilm "Vielleicht in einem anderen Leben" wurde aus aktuellem Anlass gezeigt.

Kapfenberger Filmpreisträger 1989 bis 2000

Download PDF (Gestaltet vom Kapfenberger Literaturkreis - Reibeisen 18)


Österreichische Film- & Video-Staatsmeisterschaft 1992


Der organisatorische Höhepunkt für den Filmklub waren die Durchführung der 29. Österreichischen Film- und Video-Staatsmeisterschaft 1992 im Stadtkino Kapfenberg (inzwischen bestes Provinzkino Österreichs mit vier Sälen) und die Verleihung des Kulturpreises durch die Stadt Kapfenberg im Rahmen der 18. Kapfenberger Kulturtage an die vielen Jungfilmer rund um Günther AGATH. Ein umfangreiches Rahmenprogramm, Workshops und die Teilnahme der Prominenz von Niki List über Frank Hoffmann bis zu Franz Antel, dessen Klassiker „Hallo Dienstmann“ in einer Open-Air-Aufführung auf dem neu gestalteten Koloman-Wallisch-Platz gezeigt wurde, machten 1992 Kapfenberg für zehn Tage zum Zentrum des österreichischen Filmschaffens und bewog 4800 Menschen, das Erlebnis KINO zu genießen. Seit damals stiftete der Filmklub für 10 Jahre zusammen mit der Edelstahlfirma BÖHLER (Lehrwerkstätte) den begehrten Österreichischen Minuten-Cup-Preis.

Eine große Ehre widerfuhr dem Filmklub Kapfenberg, als die Präsidenten des EUROPA-Literaturkreises Kapfenberg, Willi KANDLBAUER und Eduard FERSTL in der 10. Ausgabe des Kulturmagazines „REIBEISEN“ diesen umfassenden Bericht über den Filmklub Kapfenberg verfassten. In der neuen Kapfenberg-Chronik von Helga Papst wurden die internationalen Leistungen und Erfolge des Vereines ausführlich in Bild und Wort gewürdigt. Unter dem neuen EUROPA-Literaturkreis-Obmann Josef GRASSMUGG erfolgte in der 18. REIBEISEN-Ausgabe die Vorstellung und Würdigung der Leistungen der ersten acht Kapfenberger Filmpreisträger.

Die größten Erfolge


1961 prämierte der ORF Albin HORWATs "Albin in Nöten" zum besten Kulturfilm Österreichs und sendete diesen Kurzspielfilm fünf Mal im österreichischen Fernsehen .
Die ersten filmerischen Höhepunkte für unseren Verein waren 1983 und 1984 die Erringung der Österreichischen VIDEO-Staatsmeistertitel durch Christian GRAFF. Der erste offizielle Österreichische FILM-Staatsmeister wurden 1995 durch die Kapfenberger W. SCHWARZ, E. & D. GRABENBAUER uvam. (Wien-Film-Plattform) mit „Papilio“ nach Kapfenberg geholt. Die vielen internationalen Erfolge und Aufnahme bei der Österreichischen Filmbörse DIAGONALE“ 1995 in Salzburg war der internationale Durchbruch für den Filmklub Kapfenberg. Und das im Jubeljahr „100 Jahre Kino“. Die Entsendung zur Filmweltmeisterschaft nach Bourges in Frankreich, rundete diesen Erfolg ab. Erwähnenswert ist auch die Aufnahme dieses Films in das UNICA-Weltarchiv in St.Gallen (CH). Im Jahr 2000 gelang diese Auszeichnung WURM mit seinem Bergfilm „Der Siebenschläfer“. 2003 schaffte Reinhold WURM mit „Forgive me brother“ den größten filmerischen Erfolg. Nach Staatsmeister, vielen internationalen Auszeichnungen und Sonderpreisen wurde diese abendfüllende Produktion bei der Film-Weltmeisterschaft der UNICA 2003 in Warschau (Polen) mit der Silbermedaille gekürt. STABINGER wurde mit ihren Kurzfilmen 2005, 2006 und 2009 ins Österreich-Programm aufgenommen und persönlich zum Weltkongress nach Blankenberge (Belgien) und Danzig (Polen) eingeladen. Melanie KRAWANJA wurde 1999 mit "Asplenium" nach Finnland entsandt.
Insgesamt waren bis heute 14 Kapfenberger Filmproduktionen international im offiziellen ÖSTERREICH-Programm bei Weltmeisterschaften vertreten. 7 Mal wurden Jungfilmer mit ihren Streifen zur WM eingeladen.

24x Eisenbahn-Festival


In Erinnerung an Konrad Agath führen wir seit 1992 immer Mitte September in Zusammenarbeit mit ÖBB, den Rigi-Bergbahnen, den österreichischen Lokalbahnen, der Kapfenberger und Österreichischen Industrie und Wirtschaft bzw. Tourismus und Gastronomie das Internationale EISENBAHN/TRANPORT/TRAFFIC-Festival für Film & Video durch. Beiträge aus 24 Nationen waren dabei schon in den Teilnehmerlisten zu finden. Neu ist die große Unterstützung durch die Firma BÖHLER Edelstahl, der RHI Magnesit und der Breitenauer Bahn für Autoren und Publikum. Seit 2008 steht dieser Wettbewerb unter der Patronanz der UNICA-Weltfilmorganisation (UNICA-Medaille) und des VÖFA (Pokal für den besten österreichischen Beitrag).

Klublokal = Klubkino


2.000 Arbeitsstunden wurden im Sommer 1992 von vielen Mitgliedern und Helfern unter der Bauleitung von Oliver Domberger, Gerhard Kaindl (†) und Herbert Winter aufgewendet, um in der Volksschule Dr. Schärf (Redfeld-Steinerhofallee) ein neues Klublokal mit Vorführ-, Schneide- und Zuschauerraum als „Schmuckkästchen“ in der kurzen Bauzeit von neun Wochen entstehen zu lassen. Den „Sternenhimmel“ hat wie in einem alten Lichtspieltheater der Kapfenberger Airbrush-Künstler Ludwig Grassauer gestaltet. Für die Errichtung des neuen digitalen Schnittplatzes im Jahr 2000 war Bernhard Allmer verantwortlich. 2011 wurde die Videoabspielanlage unter der Leitung von Christain GRAFF auch für HD eingerichtet. Für die neugestaltete Videothek stellten Lorenz Rinnhofer und Erich Mayrhofer die neuen Regale her. Eine Bereicherung des Programmes brachten die monatlichen Filmklub-Galerien und vielfältig gestalteten Vernissagen von heimischen und internationalen Künstlern. Bis heute wurden weit über 140 Ausstellungen im Klublokal präsentiert.

Neue Perspektiven eröffneten sich plötzlich 1996 durch den Gastabend der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen mit Prof. Wolfgang Längsfeld und 1997 durch den mitteleuropäischen „Short Film Stories“ -Drehbuch-Wettbewerb in Kapfenberg. Die 317 Einsendungen wurden von Melanie KRAWANJA ausgewertet und für alle Mitglieder zugänglich archiviert.
Aus den Filmarchiven der Stadt, des Filmklubs und vieler privater Personen konnte Günther AGATH fünf historische Film-Editionen (DVD) über Kapfenberg erstellen und vielen Interessierten zugänglich gemacht werden. Daraus ergaben sich 55 einzigartige, historische Kapfenberg-Abende. Bürgermeister WEGSCHEIDER und Obmann Günther AGATH wollen im Kapfenberger Kulturkreis die 90 Jährige Geschichte der Stadt, die 60 Jährige Städtefreundschaft mit Frechen (bei Köln) und eine moderne, für alle Experimente offene, Zukunftswerkstätte installlieren.

Dass Filmemacher und Persönlichkeiten aus dem Filmklub Kapfenberg den Sprung ins Lokale Fernsehen, den ORF, zu Bayern Alpha`s Videowelten und Hessens TV schafften, freut den Vorstand sehr.

Allen schöpferischen Menschen unserer Region wollen wir eine künstlerische Heimat bieten und allen Mitgliedern jede kameradschaftliche Unterstützung durch Teamwork und Know how gewähren. Der filmerischen Schaffensfreude zum Durchbruch zu verhelfen war, ist und wird immer das höchste Ziel der Arbeit aller am Film Interessierten im Kapfenberger Filmklub bleiben.