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1957 – 2009 27 Jahre Kapfenberger Jugendfilmarbeit Im Rahmen der 18. Kapfenberger Kulturtage wurde dem Kapfenberger Filmklub für die 10jährige herausragende Jugendfilmarbeit der Kapfenberger Kulturpreis 1992 verliehen. Oft waren es ähnliche Problemkreise, die von den verschiedensten Jugendgruppen vollkommen unabhängig voneinander, aber immer gleich abgehandelt wurden. Interessant zu erwähnen wäre, dass es fast immer Spielfilme waren und sind, die von Jugendlichen produziert werden. Auch die Super 8-Filme von Michael GRATZ wurden von Jahr zu Jahr aufwendiger, umfangreicher und handwerklich besser. Das führte zu mancher Romanverfilmung in dieser Zeit. Trotz guter Ansätze fanden diese Produktionen keine Gnade vor den Augen strenger Juroren bei Österr. Staatsmeisterschaften, obwohl es für Sonderpreise (beste Kamera, bestes Drehbuch ...) immer leicht gereicht hatte. Mit Oliver DOMBERGER und Guido MEICHENITSCH tauchten experimentelle Ideen in der damaligen Jugendfilmarbeit auf. Neue Maßnahmen erwiesen sich zum Darstellen sehr zeitnaher, altersbedingter Themen (z.B. Mystik) als notwendig. Durch Arbeitsteilung und befreundeter Helfer wurden die gut vorbereiteten Jugendcamp-Projekte immer größer und finanziell aufwendiger. Jeder musste seinen Beitrag leisten, um später dann auch im Nachspann aufzuscheinen. Oft musste Obmann Günther AGATH als Projektleiter helfend einspringen, umorganisieren und bei leerer Kasse private Sponsoren bzw. das Kapfenberger Jugendforum ersuchen, „darüber zu helfen“. Leider geschah es, dass Teile von Super 8-Filmen beim Entwickeln verfärbt worden waren, wodurch das Filmprojekt leider nie vollendet wurde und die Jugendfilmcamp-Idee damit beinahe untergegangen wäre. Glücklicherweise aber gestaltete Bernhard ALLMER parallel zu diesem Vorhaben eine Videodokumentation, die den Jugendlichen und der Vereinsleitung neuen Mut und Kraft gab, weiterzumachen. Die ersten Versuche auf 16mm zu drehen, waren für Franz MORITZ und Walter SCHWARZ sehr erfolgreich. Experimental- und Musikfilme entstanden, und nach Überwindung großer Hindernisse beim Vertonen wurden jene Streifen sogar bei den Österreichischen Filmtagen in Wels angenommen und gezeigt. 1993 erhielt Franz MORITZ für die ausgezeichnete Kameraführung beim Kino-Clip „Test 105“ den Österreichischen Nachwuchsförderungspreis und konnte sich mit seinen Kapfenberger Mitarbeitern Walter SCHWARZ und Dieter & Ewald GRABENBAUER über die Verleihung des Österreichischen Staatspreises in der Kategorie Kinowerbefilm durch Bundesminister SCHÜSSEL an diese Produktion freuen. Inzwischen bereiteten Michael GRATZ und Oliver DOMBERGER einen abendfüllenden Jugendspielfilm vor, diktierten dem Scriptgirl Manuela MERTH (bekannt für ihre spitze Feder und Zunge als Kabarettistin) ein 180 Seiten langes Drehbuch in die Schreibmaschine und machten sich auf die Suche nach geeigneten Drehorten in und um Kapfenberg. Unter Mitwirkung des Toningenieurs Manfred OFNER und der Brüder Dieter und Ewald GRABENBAUER beim Setzen des Lichtes war der Film „Flying Dreams“ nach 42 Drehtagen im „Kasten“. Insgesamt halfen bei diesem Projekt 350 Schüler, deren Eltern, Lehrer, Professoren, Schulwarte und Direktoren aus sieben Kapfenberger Schulen zusammen. Politiker und Geschäftsleute unterstützten diese wohl einmalige Arbeit so gut sie nur konnten. Große Anerkennung brachte die erste Präsentation im Stadtkino Kapfenberg. Da dieser Film beim Österreichischen Schülerfilmfestival Jury und Kritiker gleichermaßen heiß diskutieren ließ, zeigte der ORF in „X-Large“ darüber einen ausführlichen Bericht. Nach vielen Sonderpreisen konnte diese Produktion bei der Österreichischen Film- und Video-Staatsmeisterschaft 1991 neben einer Bronzemedaille auch den begehrtesten Preis für die beste Kamera-Arbeit erringen. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule haben viele der Jugendlichen ihr Wissen in Kursen weitergegeben und daneben ihr Hobby mit dem Beruf verbunden, wie z. B. Manfred OFNER mit seinem Tonstudio, Kameramann Michael GRATZ und Andreas SCHLACHER als Fotografen. Barbara & Ewald GRABENBAUER haben als Fotografenmeister die Aufnahme in den Profi-Kameramann-Kurs geschafft bzw. ein eigenes Geschäft eröffnet. Christian GRAFF wurde, nachdem er die Video-Abteilung im elterlichen Geschäft übernommen hatte, selbständiger Video-Produzent. Walter SCHWARZ war Geschäftsführer bei ORATOR Wien, der größten Foto & Filmfirma Österreichs und hält die vielen in Wien wohnenden Kapfenberger Jugendlichen in der Filmplattform zusammen (jeden Dienstag in einem Caféhaus im VI. Bezirk) und träumt speziell nach einem Kino-Vorführer-Kurs noch immer von einem eigenen Kino. Der nächste Spielfilm aus dem Agentenmilieu von Gregor TÖGLHOFER entstand neben den Vorbereitungen zur Matura und unter Mitarbeit seiner Schulkollegen aus HTBL und HAK bzw. seiner Freunde aus dem Tanzklub. Erstmals konnte ein Film aus Kapfenberg den Steirischen Filmförderungspreis erringen, so dass die 10jährige Aufbauarbeit für die Jugendlichen im Filmklub Kapfenberg immer mehr von Erfolg gekrönt wurde. Großes Geschick erbrachten Thorsten HASEWEND bei der kulinarischen Ausrichtung und Manfred OFNER mit Klaus MORGENSTERN bei der Dia-Darbietung am Australien-Tag Ende Oktober 1991 im Stadtsaal am Schirmitzbühel. Ein neues hoffnungsvolles Talent wuchs mit Eveline TÖFFERL im Filmklub heran. Über ihren Märchenfilm und ihre Fähigkeit, Gelerntes umzusetzen, haben einige „alte Hasen“ gestaunt. So konnte sie unter 750 Einsendungen die beste Werbeidee verfilmt vorlegen und eine Videokamera gewinnen. Manfred OFNERs 16-mm-Film wurde eingeladen, im September 1992 Österreich bei der UNICA (Weltmeisterschaft) in Ravenna zu vertreten. Unsere Kapfenberger Gruppe in Wien (Walter SCHWARZ, Barbara & Ewald und Dieter GRABENBAUER, Thorsten HASEWEND, Franz MORITZ, Manfred OFNER u.v.a) stellten in unterschiedlicher Teamarbeit sowohl einen Super 8-Clip und zwei Kurz-Spielfilme auf 35mm fertig. Andreas SCHLACHER nahm am internationalen Video-Workshop „ANIMA“ in Dresden teil. 1996 wurde Philip URSCHITZ für ein Jahr an der Filmhochschule London aufgenommen und Manfred OFNER konnte seine Kenntnisse als Toningenieur in England und den USA vertiefen. Das QUADRIGA-Filmproduktionsteam konnte sich durch erfolgreiche, überregionale Arbeiten einen Namen mit Film- und Video-Produktionen machen. Mit dem Obmannstellvertreter Oliver DOMBERGER fuhren vier Jugendliche bereits zweimal als „Dienst an der Partnerstadt Frechen bei Köln“ nach Deutschland, um dort bei ersten Schul-Projekten zu helfen. Auch Jugendliche werden älter und durch gemeinsames Filmen immer besser. Mit noch genauerem Arbeiten hat die Gruppe Film-Plattform mit dem Kurzspielfilm „Papilio“ den Christian F. TREITLERs erster Videokurzfilm in s/w „Spiele-Abend“ erhielt 1997 eine Einladung zu den internationalen Festivals in Ebensee, Klopein und zur Juvenale 1997 (Jugendweltmeisterschaft) in Klagenfurt. „Cold-Air“ (ein nonverbaler Super 8 Spielfilm mit eigens komponierter Musik) von Gregor TÖGLHOFER hat sowohl bei der Staatsmeisterschaft 1998 sowie bei der Juvenale 1998 jeweils eine Silbermedaille erringen können. Karin Seidlitz, Modeschöpferin und ORF-Redakteurin arbeitet an einer umfangreichen Video-Dokumentation fürs Fernsehen. Michael WURM hat sich seit „Wicked“ und „Siebenschläfer“ mit seiner Kameraleistung, vor allem bei „Forgive me brother“ (Staatsmeister 2003 und Silber bei UNICA-Film-Weltmeisterschaft 2003 in Warschau) ganz vorne bei den Spielfilmern eingereiht. Große Pläne von Roland ZECHNER, Katrin WALLNER und Bettina ZOTTLER sind durch vorläufig andere Aufgaben wie Schule, Auslandsaufenthalt, Musik, Sport und Studium auf später verschoben worden. Ken KALTSCHÜTZ wird seinen Weg als Experimental- und Kurzspielfilmer (mit Musik-Clip) auch mit seinem selbstgebauten Kamerakran weitergehen. Antonia STABINGER hat nach ihren erfolgreichen Kurzfilmen 2005 eine Einladung zur UNICA in Belgien für internationale Kontakte nützen können. „Anna F.“ wurde auch im Österreichprogramm bei der UNICA 2006 in Südkorea gezeigt.Dann hat sie gemeinsam mit Britta LANG ihren ersten kurzen Spielfilm „Alles wird gut“ vor großem Publikum uraufgeführt und bei der Jury der STM 2008 gute Kritiken bekommen. Mit großer Hingabe organisieren beide im Klub „Spektral“ Filmabende für Jungfilmer. Antonias neuester Kurzspielfilm „Aus guter Hoffnung“ zeigt mit einfachsten filmischen Gestaltungsmitteln eindrucksvoll das Gefühl eines schwangeren, vom Freund enttäuschten jungen Mädchens. Auf Grund der genialen Bildsprache (Zitat eines Jurors bei der STM) wurde sie und ihr Film fürs ÖSTERREICH-Programm 2009 der UNICA in Danzig eingeladen. „Running sushi“ von Florian POCHLATKO konnte österreichweit und auf internationaler Ebene wunderschöne Erfolge erringen und große Anerkennung (Publikumspreis YOUKI Wels, Einladung nach Berlin, Österreichprogramm gegen CS, TOTI 2007, JUVENALE 2009) für seinen außergewöhnlichen Film erhalten. Nach „Tellerrand Expedition“ arbeitet er im Sommer 2008 an einer großen Videoproduktion für höhere Herausforderungen. Sein Vater Dieter POCHLATKO (EPO-Film) gibt allen Jungfilmern in seinem Rechbauer-Kino die Möglichkeit, eigene Arbeiten erstmals in Graz öffentlich zu zeigen. 2008 schaffte Florian POCHLATKO die Aufnahme in die Wiener Filmakademie (5 von 152 Kandidaten). Rund um Georg OFNER wird sich eine Jungfilmergruppe aus Freunden und MitschülerInnen des BRG Kapfenberg langsam formieren. Mit „HausVERSTAND“ legte er seine erste Talentprobe ab. Adriana WINKELMEIER aus Bruck/Mur versucht ihre MitschülerInnen am BRG Bruck/Mur ebenso fürs Filmen und die Schauspielerei zu begeistern. Von der EU wurden A.STABINGER, F.POCHLATKO, G.OFNER und A.WINKELMEIER samt dem Obmann zur internationalen JUVENALE 2009 nach Klagenfurt eingeladen.
© 2009 Filmklub Kapfenberg, Stand Juni 2009 |
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